Frischer Glanz und mehr Ausstattung
Manchester. Die Offraoder stehen bei uns wegen ihres hohen Verbrauchs in der Kritik, und in den USA sind die Verkäufe der Pick-Ups, Trucks und eben dieser Sport Utility Vehicles eingebrochen. Doch zumindest Mercedes trotzt dem Trend. Während die meisten anderen im Rückwärtsgang fahren, legen die Schwaben mit der M-Klasse in den USA, dem Diesel sei Dank, weiter zu. Damit das auch in Europa so bleibt, gibt es für die zweite Generation des Erfolgsmodells jetzt erstmal ein bisschen frische Schminke und mehr Ausstattung. Im nächsten Jahr dann machen der jenseits des Atlantiks schon jetzt verfügbare Bluetec-Motor und ein für den Herbst 2009 angekündigtes Hybridmodul den Matschpiraten zum saubersten und sparsamsten SUV am Stuttgarter Sternenhimmel. Weil zudem die Ausstattung ein wenig verbessert wurde, sind die Preise leicht gestiegen und beginnen nun bei 51 527 Euro. Im Herbst rollt der neue ML in die deutschen Verkaufsräume. Zwei Benziner, drei Diesel Sieht man einmal von der neuen Generation des Radio- und Navigationsgeräte (jetzt mit Festplatte und digitaler Jukebox) ab, bleibt für die Europäer technisch erst einmal alles beim alten: Nach wie vor gibt es den Geländegänger mit zwei Benzinern und drei Dieseln, die ein Leistungsspektrum von 190 PS bis 388 PS abdecken. Allerdings haben die Ingenieure zumindest den Verbrauch durch ein paar kleine Kunstgriffe um bis zu 0,4 Liter senken können. Unverändert ist auch der Antrieb des ML 63 AMG, dessen V8-Motor weiterhin 510 PS auf die Straße bringt. Technische Revolution In den USA dagegen beginnen mit der Modellpflege eine technische Revolution und das nächste Kapitel im Comeback des Diesels. Nachdem die Schwaben in 45 Staaten bereits Selbstzünder-SUV anbieten, erobern sie mit Bluetec nun auch die restlichen fünf Staaten. Dazu gehören auch New York und Kalifornien, wo sie mit die meisten Autos verkaufen. Dass M-Klasse, GL und R-Klasse künftig auch dort dieseln dürfen, verdanken sie einer so genannten Harnstoffeinspritzung. Das künstlich hergestellte Additiv AdBlue wird in das heiße Abgas gespritzt und zerlegt dort die Stickoxide in gefahrlosen Stickstoff und reines Wasser. Noch bleibt umweltbewegten Europäern bei diesem Thema nur der neidische Blick über den Atlantik. Doch ähnlich wie die E-Klasse, mit der Mercedes die blaue Stunde beim Diesel eingeläutet hat, wird Bluetec der zweiten Generation mit etwas Zeitversatz auch zu uns kommen. "Ende nächsten Jahres sind wir so weit", sagt ein Techniker. Während Bluetec aber in den USA serienmäßig ist, wird man bei uns wieder Aufpreis zahlen müssen. Die Rede ist von etwa 1 000 Euro. Als Trost bleibt da nur der frische Glanz der M-Klasse. Sie wirkt zwar noch immer vertraut, ist aber trotzdem wirkungsvoll verfeinert worden. Zu erkennen ist der neue ML-Jahrgang von außen vor allem an den wuchtigeren Stoßfängern, Scheinwerfern mit anderen Konturen und einem größeren Kühlergrill. Die Benzin-Fraktion plant ebenfalls für Ende nächsten Jahres eine Hybrid-Version mit 340 PS, die auf Kurzstrecken auch rein elektrisch fahren kann. So wie der Bluetec-ML das sauberste Diesel-SUV der Welt ist, soll es der Hybride mit einem Verbrauch von 7,7 Litern zum sparsamsten Benziner bringen. tg Artikel im Mannheimer Morgen vom Mannheimer Morgen 12. Juli 2008
