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Mercedes-Benz ML 450 Hybrid - Ein kräftiges Trio für immense Leistung


05. Mai 2009 Amerika liebt SUVs, doch das keimende Bewusstsein für die Umwelt belastet die Beziehung zu den großen Autos mit den dicken Rädern. Mercedes-Benz reagiert auf die neuen Anforderungen und bietet jetzt zum ersten Mal ein Vollhybrid-Fahrzeug in den Vereinigten Staaten an.
Der ML 450 Hybrid schöpft seine Kraft aus einem V6-Benzintriebwerk und zwei Elektromotoren, die Systemleistung beträgt 250 kW (340 PS). Das Drehmomentmaximum von 517 Newtonmeter sollte jedes Leistungsbedürfnis zufriedenstellen. Der Preis wird ein gutes Stück unter dem eines ML 500 (in Deutschland ab 72.000 Euro) liegen, beim Verbrauch glänzt der Hybrid-ML mit weniger als zehn Liter Superbenzin auf 100 Kilometer.
 

 

Die Automatik schaltet entweder stufenlos oder nach Tastenwahl im achtstufige...
Die Automatik schaltet entweder stufenlos oder nach Tastenwahl im achtstufigen Modus

Bildmaterial vom Hersteller
Nur 7,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h
Der Verbrennungsmotor des ML 450 entspricht dem in der S-Klasse verwendeten 3,5-Liter-V6, der nach dem Atkinson-Einspritzzyklus arbeitet. Bei diesem Verfahren werden die Einlassventile später als bei einem konventionellen Ottomotor geschlossen, also erst dann, wenn sich die Kolben schon in der Aufwärtsbewegung und der Verdichtungsphase befinden. Dies erhöht den Wirkungsgrad bei höheren Drehzahlen, führt aber zu einer schlechteren Leistungsausbeute bei niedrigen Touren. Für diese Betriebszustände steht jedoch im ML 450 ein Elektromotoren-Duo bereit, das aus dem Stand heraus mit 62 und 60 kW (85 und 82 PS) sowie den bereits bei geringster Drehzahl bereitstehenden Drehmomenten von 235 und 260 Nm für ordentlichen Vortrieb sorgt. Nur 7,8 Sekunden braucht der allradgetriebene ML 450 für den Sprint von 0 auf 100 km/h.
Untergebracht sind die beiden E-Maschinen in der Getriebeeinheit, in der drei Planetenradsätze und vier Kupplungen für die Kraftübertragung sorgen. Während die elektrischen Anschieber beim Anfahren und beim Zwischenspurt aktiv werden, verschiebt die elektronische Regelung bei steigender Motorlast und zunehmenden Leistungsanforderungen den Einsatz des Motorentrios von elektrischer auf konventionelle Kraftübertragung. Die vier Kupplungen verteilen das Drehmoment auf alle vier Räder.
 
Den Weg nach Europa wird der ML 450 Hybrid vorerst nicht finden !!

Im Schubbetrieb wird kinetische Energie wieder zurückgewonnen und in die im Kofferraum untergebrachte Nickel-Metallhydrid-Batterie gespeist. Die hat ihren Platz in der Reserveradmulde, was das Ladevolumen des ML von bis zu 2020 Liter unangetastet lässt. Der 83 Kilogramm schwere Akku ist flüssigkeitsgekühlt und arbeitet mit 288 Volt Spannung. Seine elektrische Leistung liegt bei 45 kW, die Kapazität bei 2,4 kWh. Die Batterie beliefert neben den E-Motoren die komfortspendenden Verbraucher an Bord wie die Klimaanlage oder das Audio-System. Im Stillstand stellt eine Start-Stopp-Automatik den V6 ab.
Bei einer Probefahrt durch die Straßenschluchten von Manhattan und einer Fahrweise, die eher als Ampelspringen denn als Dahingleiten bezeichnet werden darf, zeigt sich das Antriebskonzept des Hybrid-ML von seiner besten Seite. Ganz nach Wunsch und entsprechend der Vorwahl des Beschleunigungsvermögens über den E/S-Schalter (Sport/Economy) sprintet der rund zwei Tonnen schwere ML los, beim Anfahren gelingt ihm das weitgehend geräuschlos, und selbst wenn der V6-Benziner zuschaltet, bleibt es leise im Innenraum. Die Automatik schaltet entweder stufenlos oder nach Tastenwahl im achtstufigen Modus, immer jedoch weicher als eine amerikanische Hotelbettmatratze. Allein die Bremsen lassen mit ungewohnter Härte beim Pedaldruck spüren, dass hier zumindest teilweise unkonventionell, nämlich mit dem Widerstand zweier umgepolter Elektromotoren, verzögert wird.
Den Weg nach Europa wird der ML 450 Hybrid vorerst nicht finden. In der Alten Welt legt Mercedes-Benz den Entwicklungsschwerpunkt ganz klar auf den Dieselmotor.
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